Im Corona-Sommer 2020 fragten wir: „Was verändert sich für Trainer*innen durch COVID-19?“. Wir wollten den Austausch starten. Was sind die Erfahrungen in der neuen Situation? Dutzende Kolleg*innen antworteten in ihren Blogs und auf den Social Media Plattformen. Der Tenor: Mut brauchen wir alle jetzt, Vernetzung und Fehlertoleranz.


Und heute?


Wir fragen erneut. Ein halbes Jahr später. Unsere zweite Webparade. Wie ist es Euch ergangen? Was ist für Euch zur Routine geworden? Was wollt Ihr nicht mehr missen? Was waren (und sind) hilfreiche Ressourcen für Euch?


Macht mit bei unserer zweiten Webparade! Antwortet auf Euren Blogs oder Social Media Plattformen – in Texten, Audios und Videos. Lasst uns die Diskussion fortsetzen!





WAS ist eine Webparade?

Hinter einer Webparade steht eine sehr kommunikative Idee. Menschen tauschen sich im Internet zu einem festgelegten Thema aus, etwa zu einer Reihe bestimmter Fragen. Dies alles geschieht in einem bestimmten Zeitraum, und die Beiträge sind miteinander vernetzt. Eine Webparade beginnt damit, dass jemand (in diesem Fall wir) zu der Parade einlädt (in diesem Fall Trainer*innen, L&D-Verantwortliche, Mitarbeiter*innen, Blogger*innen und Interessierte). Wer einlädt, gibt Fragen vor. Wer mitmacht, beantwortet diese Fragen aus eigener Sicht. Jeder veröffentlicht einen Beitrag dazu – egal, ob im eigenen Blog oder auf einer Social Media Plattform, als Text-, Audio- oder Video-Beitrag.

WARUM teilnehmen?

Eine Webparade hilft nicht nur beim Austausch und bei der Wissensvermehrung, sondern schafft auch Reichweite. Mit Eurem Thema werdet Ihr also noch sichtbarer im Netz. Ihr zeigt Eure Kompetenz nach außen und berichtet über Eure Erfahrungen, Einschätzungen und Ideen. Damit Eure Antworten verbreitet werden, teilen wir Euren Beitrag zusätzlich über unsere Social Media Kanäle.

Auch das eLearning Journal hilft mit, Eurem geballten Wissen noch mehr Aufmerksamkeit zu verleihen. In seinem Newsletter werden 18.000 Unternehmenskontakte adressiert und es verzeichnet darüber hinaus noch monatlich 30.000 aktive Leser. Im Anschluss an die Webparade veröffentlicht das eLearning Journal Euren Beitrag auf dessen SUMMIT Blog im Online Magazin und verlinkt zum ursprünglichen Ort Eures Beitrags.


WIE teilnehmen?

Bitte beantwortet folgende Fragen bis zum 30.04.2021:

  1. Was ist jetzt schon zur neuen Routine geworden?

  2. Was möchtest du nicht mehr missen?

  3. Was waren/ sind hilfreiche Ressourcen?


Bitte beachtet:

  • Bezieht Euch in Eurem Antwort-Beitrag bitte auf diesen Startbeitrag zur Webparade. Verlinkt dazu hierher und verwendet den Hashtag #AgileLernbegleitung

  • Setzt anschließend einen Kommentar unter unseren Webparaden-Startbeitrag, in dem Ihr auf Euren Beitrag hinweist (Link zu eurem Beitrag). Fasst gern kurz zusammen, was für Euch die wichtigste Erkenntnis daraus ist.

  • Unsere Webparade läuft bis zum 30.04.2021. Zwischendurch teilen wir Eure Beiträge über unsere Kanäle. Macht auch Ihr auf diese Webparade aufmerksam und ladet andere zum Mitmachen ein. Verlinkt dabei auf unseren Blogpost oder taggt uns auf LinkedIn.

Was kommt danach?


Resümee:

Alle Beiträge, die in der vorgegebenen Zeit veröffentlicht werden und von denen wir erfahren, werden von uns gesammelt. Dann werden wir diese samt der Beiträge der Sommer-Webparade in einem abschließenden Whitepaper zusammenfassen. Unser Ziel: Wir möchten das Thema möglichst breit bekannt machen und viele verschiedene Erfahrungen und Meinungen dazu sammeln. Außerdem wollen wir eine aktive Vernetzung untereinander forcieren. Das bringt allen Beteiligten mehr Wissen, Aufmerksamkeit und Reichweite.

Experience Sharing:

Für die Autor*innen der Sommer-Webparade haben wir eine LinkedIn-Gruppe gegründet, in der wir die Erfahrungen geteilt haben, die wir mit dem Format "Webparade" gesammelt haben. Diese Gruppe möchten wir nun zu einem zusätzlichen Ort des Austauschs zum Thema "Trainer*innen und COVID-19" umwandeln. Es sind alle Autor*innen und Leser*innen herzlich eingeladen: zur LinkedIn-Gruppe "Training neu denken"




Im Folgenden findet Ihr als ersten Impuls unsere Antworten dazu.



1. Was ist jetzt schon zur neuen Routine geworden?


Eine neue Routine beim Sprachgebrauch. Das Wort „Online“ – früher ein Muss – wird häufig weggelassen. Heute sind Veranstaltungen schlichtweg online. Wir fragen trotzdem sicherheitshalber bei der Auftragsklärung nach: Ist mit der geplanten „Veranstaltung“ wirklich die virtuelle Variante gemeint? Oder doch das Präsenzseminar?


Online Veranstaltungen sind für mich zur absoluten Routine geworden. Im September hatten wir erstmals wieder eine Präsenzveranstaltung. Beim eLearning Summit standen wir auf der Bühne. 100 Augenpaare waren auf uns gerichtet. Das fühlte sich im ersten Moment befremdlich an – trotz vormals zwanzig Jahren Präsenz-Praxis.
Jürgen

Neue Routinen gibt es auch in der Zusammenarbeit mit Kund*innen. Bei unseren virtuellen Gesprächen sind wir stärker als in Präsenz auf Inhaltliches fokussiert. Und darüber hinaus ist eine neue Augenhöhe spürbar. Eine Trainerkollegin sagte kürzlich: „Früher gehörte der Empfang im einschüchternden Foyer fast notwendig zum Auftragsklärungsgespräch. Heute sind wir am Bildschirm irgendwie ,gleicher´. Und es geht schneller ,zur Sache´."


Präsenztrainings gibt es trotz aller Restriktionen – allerdings unter erschwerten Umständen. Für einen „systemrelevanten“ Kunden aus der Diagnostik-Branche führen wir weiterhin Präsenztrainings durch. Die neue Routine dabei ist der vorgeschaltete Corona-Schnelltest.


Das Treffen mit Teilnehmer*innen zum Corona-Schnelltest ist eine ganz eigene Erfahrung. Er hat sich als eine Art „Seminar-Warm-up“ etabliert.
Jacqueline

Auch in unserer Ausbildung zum Online Trainer haben wir Veränderungen festgestellt:


Der anfängliche Run auf Online-Tools lässt nach. Den Trainer*innen geht es jetzt mehr um Didaktik und Professionalität.


Heute wissen viele Trainer*innen: Exzellente Online Trainings hängen nicht von technischer Raffinesse ab. Sogar mit einfachen Mitteln lassen sich exzellente Online Trainings gestalten - sofern die Didaktik stimmt!


Trainer*innen haben den Wunsch, die Online-Welt auch didaktisch neu zu erfassen.

  • Trainer*innen wollen Kompetenz für Online-Medien/ -Methoden und virtueller Gruppensteuerung entwickeln. Kurze Phasen reiner Inputvermittlung wechseln mit interaktiven Phasen ab.

  • Sie entdecken die Zeiten zwischen einzelnen Online Training-Modulen als wertvolle Lernressource. Wir können sie didaktisch nutzen – und sie durch neue Lernformate als Lernzeit erschließen. Das verbessert den Lerntransfer.


Trainer*innen denken heute wirklich in Lernprozessen. Sie kombinieren Online Trainings mit anderen virtuellen Formaten: Lernvideos, kollegiale Beratung, Barcamp, Lerncoaching und vieles mehr. Die heute alles beherrschende Frage: Wie wähle, kombiniere, verzahne, designe und realisiere ich diese Lernformate zielführend?
Jürgen


2. Was möchtest du nicht mehr missen?


Drei Dinge.


Erstens:


Die Co-Creation und den neuen Spirit. In der Zusammenarbeit mit unseren Kund*innen ist ein neuer Geist von Partnerschaft entstanden. Neue Situationen erfordern die gemeinsame Entwicklung von Lösungen. Kunden akzeptieren, dass Trainer*innen nicht für alles sofort eine passende Lösung aus dem Hut zaubern können.


Wir wünschen uns, dass dieser Spirit und die gemeinsame Arbeit an Lösungen auch nach der Krise fortbesteht. Auf diese Weise macht uns die Arbeit noch mehr Freude!
Jürgen

Zweitens:


Die neue Offenheit gegenüber den Chancen und Möglichkeiten der Online-Welt mit ihrer Digitalität und Virtualität. Wir müssen kaum noch für den Einsatz digitaler Lernformate werben. Das ist angekommen und verstanden. Heute erklären wir, wie digitale Lernformate didaktisch wirksam eingesetzt werden.


„Digital“ ist also heute nicht mehr einfach nur „hip“. Richtig eingesetzt fördert es den Lerntransfer. „Digital“ ist erwachsen geworden.



Drittens:


Neue, persönliche „Feel-Good-Rituale“, die während der Pandemie entstanden sind.

Etwa das Mittagsschläfchen oder die Laufrunde zwischen zwei Online-Veranstaltungen. Der neue Tagesablauf bietet mehr Raum für Familie und Hobbies.


Das heißt auch: Wir haben gelernt, mehr zwischen Arbeit und Privatleben zu trennen. Manchmal ist das nicht einfach, wenn man viel Zeit daheim im virtuellen Seminarraum verbringt.


„Wir mussten lernen, die für Privates vorgesehenen Zeiten und Räume auch wirklich dafür zu nutzen. Sehr hilfreich ist unsere neue Vereinbarung, in der Freizeit nicht über Business zu diskutieren.“
Jacqueline



3. Was waren/ sind hilfreiche Ressourcen?


Die erste Phase der Pandemie stand noch im Zeichen von Aufbruch. Jetzt geht es um Professionalität. Um Qualität und Didaktik.


Der Kuchen von Weiterbildungsbudgets wird kleiner. Die Mittel werden reduziert. Professionalisierung hilft jetzt allen:

  • Trainer*innen sichern mit Professionalität ihr Stück von diesem Kuchen.

  • Auftraggeber*innen können mit professionellen Trainer*innen das Beste aus ihren Budgets herausholen.

Der Trend zur Professionalität wird 2021 richtig greifbar. Unsere neue E-Trainer (TÜV)-Zertifizierung hat bemerkenswert gutes Echo gefunden. Absolvent*innen unserer Online Trainer-Ausbildung können ab sofort mit dem Angebot zur Zertifizierung ihre Professionalität nach außen zeigen. Auch die Wissenschaft fokussiert aktuell das Thema "Trainer-Professionalisierung".


Was in 2021 unsere vielleicht größte Ressource ist: Die durch Digitalität ermöglichte Flexibilität. Wir sind nun wirklich flexibel geworden.


  • Flexible Praxis: In den letzten Monaten haben wir vermehrt internationale Trainings ohne Anreise-Aufwand durchgeführt. Früher undenkbar.

  • Flexibles Lernen: Neue Ansätze wie virtuelle Lerncoachings und informelle Formate bringen Lernende wirklich voran – und lassen sie den Lernprozess genießen!

  • Flexibler Austausch: Expert*innen z.B. unkompliziert als Impulsgeber*innen in Online-Veranstaltungen zu integrieren bringt noch mehr Abwechslung und Expertise in den Lernprozess.


Doch mit diesen neuen Möglichkeiten geht ein neues Rollenverständnis einher.


Bedürfnisse der Lernenden stehen jetzt im Vordergrund. Wir Trainer*innen bedienen diese Bedürfnisse mit unseren Lernprozessen. Wir sehen uns als Begleiter*innen und Unterstützer*innen für Lernende.


Diese flexible Haltung macht unseren Job einfacher: „Lockeres“ Arbeiten statt energieraubend dem perfekten Trainerbild nacheifern.


Die Trainerrolle des „Bühnenstars“ entwickelt sich in Richtung „Roadie“. Trainer*innen bereiten die Bühne für Lernende. Sie schaffen den idealen Lernrahmen. Ab und an stehen sie weiterhin auf dieser Bühne. Gebraucht werden sie aber immer mehr „backstage“.
Jacqueline